Auswahl des Nachfolgers

Vielfach werden in mittelständischen Unternehmen das Thema der Suche und der Auswahl eines Nachfolgers nicht als eine unternehmerische Aufgabe verstanden. Insbesondere bei Traditionsunternehmen in mehrerer Generation wird z.T. vorausgesetzt, dass die jüngere Generation ebenfalls in das Unternehmen eintritt. Ob der oder die Nachfolgerin den Wunsch oder die Begabung für die Unternehmertätigkeit mit sich bringt, ist häufig ohne große Bedeutung.

Bei der Auswahl von Mitarbeitern werden heutzutage Anforderungen und Kriterien für die Einstellung festgelegt, die für die Heranführung eines Nachfolgers an das Unternehmen im Allgemeinen nicht gelten.

Stellt sich später heraus, dass kein Nachfolger aus der Familie vorhanden, geeignet oder bereit ist, in das Unternehmen einzutreten, wird hektisch reagiert und vielfach das Unternehmen auf dem (eigentlich nicht vorhandenem Markt) zum Verkauf angeboten. Dabei ergibt sich, dass das Unternehmen nicht schnell genug verkauft werden kann, das Unternehmen zum falschen Zeitpunkt verkauft werden soll oder dass kein potenter Nachfolger vorhanden ist.

Durch die fehlerhafte Planung wird das Vermögen des Inhabers gefährdet, mit der Folge, dass das Unternehmen liquidiert und zerschlagen werden muss.

Deshalb bietet sich eine andere Verhaltensweise an. Der Unternehmer muss sich rechtzeitig das Ziel setzen, zu welchem Zeitpunkt er aus dem Unternehmen ausscheiden will. Das heißt er muss festlegen, wann er loslässt, dass er bereit ist, eine andere Betätigung aufzunehmen und dass er in der Lage ist, andere Einkünfte zur Bestreitung seines Lebensunterhalt erzielen wird.

Bernd Nielsen
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

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