Hagenbeck: Der Senior kehrt zurück

Streit kommt in den besten Familien vor. Aber dass der Senior in die Geschäftsführung zurückkehrt?

Die Nachfolger traten vor 7 Jahren an. Nicht immer aber ist die Nachfolgeregelung einfach eine Staffelholzübergabe. Nach der Zeit Carl Hagenbecks, des Gründers des Hamburger Zoos, gibt es im Tierpark Hagenbeck immer zwei Chefs: aus jeder Familienlinie einen. Das klingt anfällig und ist in der Tat eine Archillesferse in derartigen vertraglichen Gesellschaftskonstruktionen. Nach Ausscheiden des jetzt zurückgekehrten Seniors Claus Hagenbeck übernahm die 6. Generation des Familienunternehmen. Als Geschäftsführer kümmerte sich Joachim Weinlig-Hagenbeck um die geschäftlichen Dinge, Stephan Hering-Hagenbeck um das Wohl der Tiere. Stephan Hering-Hagenbeck bleibt trotz seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung in der operativen Leitung des Unternehmens. Es sieht so aus, als ob der Senior als Prüfer und Schützenhilfe für seinen Schwiegersohn nun richten soll, was vorher zum Streit führte. Geschäftsführer Weinlig pokert mit der Stadt um eine Darlehensrückzahlung, Claus Hagenbeck fürchtet dabei um den guten Ruf des 100 Jahre alten größten deutschen privaten Zoos. Ein hanseatischer Kaufmann steht dazu, wenn er Schulden macht.

Weinlig kommentierte nach einem Bericht der „Hamburger Morgenpost“ die Rückkehr des Seniors wie folgt: „Ich hätte den Senior nach sieben Jahren Ruhestand nicht zurückgeholt. Aber wir werden auch das überstehen“. Hört sich noch nicht nach einem Ende der Geschichte an.

 

Michael Wörle
Unternehmensberater, Wirtschaftsmediator
VUN-Profil

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