Wie die „Großen“ eine Unternehmensnachfolge gestalten

Günther Fielmann, 73, erfand Anfang der 80er-Jahre die Brille zum Nulltarif. Seit 1994 ist seine Firma an der Börse. Da noch ca. 71 Prozent der Anteile im Familienbesitz sind, kann man noch von einem Familienunternehmen sprechen. Heute beschäftigt die Fielmann AG knapp 15 000 Mitarbeiter.

Den Grundstein für ein erfolgreiches Nachfolgekonzept legte der Firmengründer bereits 1993. Nun, 20 Jahre nach der Gründung der Fielmann-Familienstiftung, ist sein Konzept reif für die Umsetzung.

„Die Fielmann-Familienstiftung hat die bereits 1993/1994 vorgeprägte Aufgabe, die Unabhängigkeit der Fielmann AG sicherzustellen und die unternehmerische Verantwortung unserer Familie generationsübergreifend abzusichern“, sagte Fielmann dem Abendblatt. Natürlich diene die Sicherung der Mehrheit der Aktien in der Fielmann-Familienstiftung auch einer langfristigen Führungsstruktur und Unabhängigkeit, „im Sinne einer Unangreifbarkeit gegen mögliche Übernahmen“.

Zukünftig werden 51 Prozent der Aktien der Fielmann AG von der Familienstiftung gehalten. Sein Sohn und Seine Tochter erhalten ebenfalls Aktienanteile. Teils gemeinsam mit der Stiftung in einer Zwischenholding und teils direkt. Der Aktienanteil der Familie mit etwa 71 Prozent bleibt dabei unverändert.

Günther Fielmann selbst wird die Unternehmensführung noch nicht abgeben. Seine Kinder können, wenn sie denn wollen, Führungsaufgaben wahrnehmen.

Dieses Beispiel zeigt, dass eine langfristige und umsichtige Nachfolgeplanung nicht nur das Unternehmen vor einer Übernahme schützen, sondern auch langfristig den Kindern genug Handlungs- und Entscheidungsspielraum verschaffen kann.

Quelle: Basierend auf einem Artikel vom Hamburger Abendblatt am 21.11.2012

 

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